Registerstelle Steglitz-Zehlendorf zur Erfassung rechter und diskriminierender Vorfälle

Seit 1.1.2019 ist die Registerstelle Steglitz-Zehlendorf zur Erfassung rechter und diskriminierender Vorfälle beim Mittelhof e.V. angesiedelt. Die Registerstellen sind ein vom Land gefördertes Projekt.

Die Berliner Register dokumentieren in allen Berliner Bezirken rechtsextreme und diskriminierende Vorfällen. Seit 2016 gibt es auch in Steglitz-Zehlendorf eine Registerstelle. Ziel des Registers ist nicht nur die Sammlung und Auswertung von rechtsextremen Vorfällen, sondern vor allem das Sichtbarmachen von Diskriminierung im Alltag. Diese Vorfälle werden von Bürger*innen des Bezirks gemeldet oder durch die Registerstelle, u.a. durch Teilnahme an Veranstaltungen oder Internetrecherche, recherchiert.

Im Gegensatz zur Statistik der Polizei bezieht das Register nicht nur anzeigerelevante Vorfälle wie Sachbeschädigungen und Übergriffe ein, sondern es werden auch niedrigschwellige Vorfälle aufgenommen, wie Beleidigungen, Pöbeleien und Bedrohungen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anzeige gebracht werden. Das Registrieren solcher Vorfälle in lokalen Anlaufstellen schafft für die Betroffenen einen Raum in dem sie ihre Erlebnisse schildern können und mit ihren Problemen nicht allein dastehen. Durch die Veröffentlichung der Vorfälle und die aktive Beteiligung der Bürger*innen am Register, soll langfristig eine Sensibilisierung für die Problematik der Diskriminierung entstehen.

Die Ergebnisse des Registers sollen den unterschiedlichen demokratischen Akteur*innen im Bezirk ein detailliertes Bild darüber vermitteln, welche Vorfälle im Bezirk stattfinden und wo sich Schwerpunkte für bestimmte Formen der Diskriminierung herauskristallisieren. Die Auswertung der Vorfälle findet in enger Zusammenarbeit mit den anderen Berliner Registern statt.

Im Jahr 2018 dokumentierte die Registerstelle Steglitz-Zehlendorf 220 Vorfälle im Bezirk. Der Großteil der Vorfälle war rassistisch motiviert. Daneben ist ein Anstieg antisemitischer Vorfälle zu verzeichnen (2018: 19, 2017: 6). Für das Jahr 2018 ist die Verdreifachung von Bedrohungen/Beleidigungen/Pöbeleien von 8 auf 25 markant. Ebenso ist die Zahl der Angriffe leicht gestiegen- von 5 auf 9.

Die vollständige Auswertung Steglitz-Zehlendorf 2018 finden Sie hier

Was kann gemeldet werden?

  • Rassismus mit den drei Unterkategorien: Antiziganismus, Antimuslimischer Rassismus und Rassismus gegen schwarze Menschen
  • Antisemitismus
  • LGBTIQ*Feindlichkeit
  • Sozialchauvinismus (Diskriminierung gegen sozial Benachteiligte, Wohnungslose)
  •  Feindschaft gegenüber Menschen mit Behinderung
  • Rechte Selbstdarstellung (meint Aufkleber, Parolen, Plakate, Informationsstände etc., die rechtsextreme/rechtspopulistische Organisationen oder Gruppen bewerben)
  • Verharmlosung bzw. Verherrlichung des Nationalsozialismus (darunter fallen Symbole und andere Äußerungen mit positivem Bezug zum NS, sowie revisionistische Verlautbarungen)
  • Politische Gegner_innen (und auch vermeintliche politische Gegner_innen)

Weitere Informationen sowie die Auswertungen der letzten Jahre finden sie unter: https://berliner-register.de/steglitz-zehlendorf

Vorfälle und Anfragen nehmen wir via Mail: sz [ at ] berliner-register[ . ]de und Twitter: @RegisterBSZ  gerne entgegen.