Notfallbaumpflege – wie der Klimawandel unsere Kitas erreicht

Berufsorientierung beginnt oft schon im Kita-Alter und ein die Kinder faszinierendes Berufsbild ist das des/der Baumpfleger:in.

In der Regel kam der/die Baumpfeger:in zwei bis dreimal im Jahr um den Zustand der Bäume zu begutachten und falls nötig ‚gefährliche‘ Äste zurückzuschneiden. Dieses war dann der, für die Kinder interessante Teil der Arbeit: ausgerüstet mit Sturzhelm, Steigeisen und Säge wurde der jeweilige Baum von den Baumpfleger:innen erklettert und in teils schwindelnder Höhe auch mit der Motorsäge gearbeitet. Die abgesägten Äste fielen mit Wucht und großem Getöse auf die Erde und verdeutlichten so, wie notwendig und Gefahren vorbeugend die Baumpflege ist. Ein naturverbundenes, abenteuerliches Berufsfeld mit ausgeprägter Hand- und Fußarbeit.
In den letzten Jahren wurden die Areale, die beschnitten werden mussten immer größer und z.T. hatten die Baumpfleger:innen auch die traurige Aufgabe uns die Fällung des einen oder anderen liebgewonnen Baumes zu empfehlen. Dies alles, um die Sicherheit aller Kinder, Mitarbeiter:innen und Besucher:innen in den Mittelhofeinrichtungen zu gewährleisten.
In diesem Jahr häufen sich aber die Situationen, wo trotz regelmäßiger Kontrolle und Pflege, die Bäume aufgrund gestiegener Temperaturen und anhaltender Trockenheit ihre trockenen Äste abwerfen. Dieses Phänomen wird Trockenstress genannt. Trockenstress ist ein Belastungszustand, verursacht durch Wassermangel. Je nach Dauer, Zeitpunkt und Wiederholung von Trockenstress, können Bäume dauerhaft beschädigt werden oder gar absterben. Außerdem können diese Bäume ihre positiven Funktionen nicht mehr erfüllen. Nur gesunde Bäume können die Luft filtern und Kohlendioxid binden. Für den z.T. recht alten Baumbestand in Steglitz-Zehlendorf ist dieser Trockenstress eine große Gefährdung.
Für die Kolleg:innen in den Kitas bedeutet dieses, den Zustand der Bäume möglichst täglich zu überprüfen und erkennbar marode Äste als Notfallbaumpflege schnell zu melden. Für die Kinder bedeutet dies, das die aufregenden Kletterpartien der Baumpfleger:innen derzeit fast monatlich zu beobachten sind und leider auch immer wieder, das große Teile eines Grundstückes abgesperrt werden müssen, bis der /die Baumpfleger:in kommen kann.
Im Jahre 2021 hat der Mittelhof für die Baumpflege über 30.000€ ausgegeben. Die Kosten für 2022 werden deutlich darüber liegen. Dieses Geld fehlt dann auch an anderen Stellen!

Teile auf Facebook
Teile auf Twitter

Feeds

RSS / Atom