Mittelhof International - engagiert für ein globales WIR - Willkommensfest für Geflüchtete

Der Mittelhof ist Teil des Willkommensbündnisses Bündnis Steglitz-Zehlendorf und feierte am 19.9. im Rahmen dessen ein Willkommensfest mit Flüchtlingen.
Das Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf und das Mehrgenerationenhaus Phoenix hatten Freitag, den 19.9. Flüchtlinge vor allem aus der Unterkunft in der Goerzallee und deren überwiegend deutsche Nachbarn zum Willkommensfest eingeladen. Viele waren der Einladung gefolgt: Rund 200 Flüchtlinge, Anwohner, Vertreter aus Politik und Bezirksverwaltung sowie des Betreibers der Flüchtlingsunterkunft, die Firma Gierso, waren am Nachmittag ins Phoenix am Teltower Damm gekommen.
„Angesichts steigender Flüchtlingszahlen auch in Berlin wollen wir hier ein positives Zeichen setzen und eine gemeinsame Willkommenskultur etablieren. Damit können wir Ängste und Vorbehalte auf beiden Seiten abbauen und dafür sorgen, dass es ein friedliches und solidarisches Miteinander gibt", erklärte Günther Schulze vom Willkommensbündnis für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf. Zusammen mit Timm Lehmann, dem Leiter des Phoenix, begrüßte er die überwiegend aus Bosnien und Serbien stammenden Flüchtlinge und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger aus Steglitz-Zehlendorf sehr herzlich.
Beim anschließenden Fest waren die schwierige Situation der Flüchtlinge, die Alltagsprobleme, das ewige Warten und die Ungewissheit, wie es für jeden einzelnen weitergehen wird, für ein paar Stunden vergessen. Alle gingen aufeinander zu, ganz neugierig und offen. Sprachbarrieren wurden durch gemeinsames Tun einfach überbrückt und alle brachten etwas aus ihrer Kultur ein. „Jigsaw", die Jugendband des Phoenix, präsentierte ihre Musik ebenso wie Mitri, ein Flüchtling aus Serbien. Beim traditionellen Bauchtanz und den angeleiteten Kreistänzen lernte man sich leicht kennen - ganz ohne Worte. Für die Kinder war alles noch einfacher: Warum überhaupt reden, wenn man zusammen ganz prima auf der Hüpfburg spielen, sich beim Schminken in einen wilden Tiger verwandeln kann und mit den Erwachsenen Bälle nach lustigen Holz-Fröschen wirft?
An diesem Nachmittag ging es aber um mehr, vor allen um gelebtes, aktives, gesellschaftliches Engagement und ein deutliches Signal gegenüber einer ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen in unserer Gesellschaft. So unterstrich Bezirksbürgermeister Norbert Kopp in einer kurzen Ansprache die Bedeutung eines solchen Willkommensbündnisses, das beispielhaft auch über die Grenzen des Bezirks hinaus sei.
Von Ina Czyborra, der frauenpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, gab es großes Lob: „Best Practice, besser kann man es nicht machen!"
Mit ihnen sowie Ute Finckh-Krämer, Mitglied des Deutschen Bundestags und dort im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe tätig, und Benedikt Lux, Abgeordneter der Grünen aus Steglitz-Zehlendorf, wurde am Rande der Veranstaltung die an dem Tag beschlossene Änderung des Asylrechts diskutiert. Danach gelten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina nun als sichere Herkunftsstaaten und Asylanträge können schneller als bisher abgelehnt werden. Besonders Roma, die in ihren Herkunftsländern massiv diskriminiert werden und deshalb auch nach Deutschland fliehen, dürften davon betroffen sein.
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