Interkulturelle „Abitage“ im Otium (am Gymnasium Steglitz)

Die Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Steglitz konnten sich dieses Jahr über eine kleine urlaubshafte Kostprobe kurz vor den richtigen Sommerferien freuen: Denn während der Doppeljahrgang mündliche Abiprüfungen zu bestehen hatte, war die Schule für alle anderen vom 9.-16. Mai geschlossen und bot so Raum für viele Freizeitmöglichkeiten. Das Otium hat diese Zeit genutzt, sich ganz still und leise mit Kindern der 5. und 6. Klassen auf ein interkulturelles Straßenfest (am Hermann-Ehlers-Platz) vorzubereiten. So haben wir in der ersten Woche neben einem professionell angeleiteten  „Diversity Training“ die Stadtbücherei im Schloss unsicher gemacht und uns jede Menge Bücher über die Länder und Kulturen unserer Erde ausgeliehen. Die haben wir dann im Otium gewälzt und studiert und kleine Steckbriefe über „fremde“ Länder und ihre Besonderheiten erstellt. Wusstet Ihr z.B. schon, dass in Ghana  die linke Hand als schmutzig gilt und daher für fast alle Tätigkeiten (essen, bezahlen, winken etc.) ausschließlich die rechte benutzt wird? Oder, dass in Bangladesh über 80 % der Frauen bereits mit 18 Jahren verheiratet sind?  
Darüber hinaus haben wir Interviewfragen entworfen, die die Reporter unter uns in den nächsten Wochen Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Umgebung stellen werden. Daraus sollen aussagekräftige persönliche Geschichten entstehen, die dann beim Straßenfest am 8. Juni präsentiert werden können.
Um auf den interkulturellen „Geschmack“ zu kommen, haben wir am Freitag international gekocht: Wir haben alle gemeinsam eingekauft und dann haben die Kinder fleißig Gemüse geschnippelt, um unser Büffet mit einem mexikanischen Taco-Salat, griechischen Gemista (gefüllte Paprika und Tomaten), einer asiatischen Nudelpfanne und einem jugoslawischen Bohnensalat anzureichern. Als Dessert gab es auf westafrikanische Art frittierte Kochbanane (Kaklo) und dazu ein Milkshake aus den USA. Mmmh, war das alles lecker! Und mit Stäbchen zu essen ist auch mal eine herausfordernde Erfahrung gewesen. Im Anschluss an diese besondere Verköstigung haben wir noch gemeinsam internationale Lieder gesungen, darunter z.B. das schwedische „Sma grodorna“ und das türkische Volkslied „Üsküdara gideriken“.
In der zweiten Woche lockte uns die Neuverfilmung von „Krieg der Knöpfe“ ins Titania. Der Film zeigte uns nicht nur, was Ausgrenzung und Verfolgung bedeuten können, sondern er ließ uns auch nachempfinden, wie bestärkend und verbindend Widerstand und Zusammenhalt sind („Wir sind alle Violetta.“)
Zum Abschluss der Woche haben wir uns ungeachtet der schlechten Wettervorhersagen auf die Reise in die Natur gemacht und die Kiesgrube im Grunewald sowie den Britzer Garten besucht. Hierbei war das sorglose Runterrollen von Sanddünen und steilen Wiesen der absolute Höhepunkt.
Wir hoffen, dass wir während unserer interkulturell gespickten Tage leise genug waren, so dass die Abiturienten allesamt erfolgreich ihre Prüfungen absolvieren konnten!
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