Liebe Eltern,

seit September 2000 wird der Waldkindergarten Grunewald in der Trägerschaft des Mittelhof e.V. vom Land Berlin gefördert. Sein Standort ist am Ende der Teufelsseechaussee in Wilmersdorf.
15 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt werden vormittags von zwei Erzieherinnen betreut. Unser Kindergarten ist der Wald, wir sind ausschließlich im Freien.
Wichtig ist die richtige Kleidung: Im Winter tragen die Kinder den sogenannten Zwiebellook, d.h. mehrere Kleidungsstücke übereinander. Bei Regen ist die Regenbuddelhose obligatorisch.
Bei Sturm gehen wir in unseren beheizbaren Bauwagen, der auf einem Grundstück am Ende der Teufelsseechaussee steht. Im Winter frühstücken wir auch dort. Das Grundstück ist der morgendliche Treffpunkt der Kinder.

Der Vormittag bei uns im Wald
Im Morgenkreis sitzen die Kinder auf von einem Baumstamm abgesägten Höckerchen. Es wird gesungen, erzählt und mitgeteilt, an welchen der Plätze im
Wald die Gruppe an dem Tag gehen wird.
Dann ziehen wir mit dem Bollerwagen, auf dem sich Isomatten, Ersatzkleidung, Verbandskasten, Wasser zum Händewaschen und Teekannen befinden, los. Auch ein Handy haben wir dabei. Der Weg ist meist schon ereignisreich für die Kinder: Sie sammeln, entdecken, beobachten, erzählen, streiten, toben, bummeln und warten schließlich an der verabredeten Haltestelle aufeinander.
Am Frühstücksplatz im Wald angekommen, werden die Isomatten im Kreis ausgelegt und die Hände gewaschen. Nach dem Frühstück spielen die Kinder frei mit dem, was die Natur ihnen bietet.
Der Abschlusskreis beendet den Vormittag: Es gibt zur Stärkung Nüsse und Rosinen. Eine Geschichte wird erzählt oder ein Bilderbuch angeschaut, vielleicht auch ein Finger- oder Kreisspiel gespielt. Nach dem Abschlusslied wandern wir zum Ausgangspunkt zurück.
Viele Feste des Jahreskreislaufes feiern wir auch im Wald, z.B. Laternenfest, Frühlingsanfang... wir tanzen, singen und basteln. Natürlich fordern die Jahreszeiten auch zu besonderen Unternehmungen heraus: So stellen wir z.B. Holunderblütenlimonade her, kochen Holundersaft und backen Brot im Lehmbackofen.

Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
Der respektvolle Umgang: Ein respektvoller Umgang bedeutet für die Kindergärtnerin dem Rhythmus und den Bedürfnissen des Kindes zu folgen und ihm die Zeit zu geben, die es braucht, um bei sich selbst, beim anderen und in der Situation anzukommen. So hat das Kind die Möglichkeit, zu „sein“, sich zu beteiligen, selbst zu handeln und zu kooperieren und somit Subjekt zu bleiben. Der respektvolle Umgang wird geprägt durch die Qualität der Beziehung.
Die entspannte Umgebung: Das Kind braucht eine Umgebung, in der es ganz Kind sein kann, sich seiner „Entwicklungstätigkeit“ und seiner „Arbeit“ im freien Spiel hingeben darf. Die entspannte Umgebung ist frei von Forderungen, frei von Erwartungen, frei von aktiven Gefahren. D.h. das Kind braucht einen Raum, in dem es seine Energie nicht in Anpassungsleistungen oder Schutzmechanismen geben muss. Eine entspannte Umgebung wird auch durch die Kontinuität des rhythmischen Tagesablaufes und die Vertrautheit der gleich bleibenden Wege und Spielbereiche gewährleistet. Auch Regeln bieten Schutz und sind damit ein Teil der entspannten Umgebung.
Die vorbereitete Umgebung: Eine an die jeweiligen Entwicklungsbedürfnisse des Kindes angepasste Umgebung ist Voraussetzung für die Möglichkeit der geistigen und körperlichen Entwicklung. Grundlage für die vorbereitete und anregende Umgebung bietet der Wald mit seiner Vielfalt an Materialien durch die unterschiedlichen Plätze (Wald, Wasser, Sand) und die Verschiedenheit durch die Jahreszeiten und Wetterlagen. Weiterhin wird die Umgebung vorbereitet durch die Bereitstellung von Materialien (Seile, Tücher, Werkzeuge, Trichter, Rohre, Bälle, Mal- und Bastelutensilien…).
Unser Team

Unser Waldkindergartenteam setzt sich zusammen aus der Leiterin Karin Spatz, Christine Pichel, beide staatl. anerk. Erzieherinnen und Irmgard Schuler, langjährige Waldkindergartenerzieher und angehende Erzieherin.
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